TierHarmonie Paschold

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Offizille Daten von Bravecto®, Nexgard® und Simparica®; angefordert von der EMA (Europäische Arzneimittelagentur) von mir am 15.08.2018


Meldung von Nebenwirkungen

Jedes als Tierarzneimittel gekennzeichnete Medikament braucht eine Zulassungsstudie, bevor es zugelassen wird. Nach Markteinführung ist man auf die Meldung von UAW - unerwünschten Arzneimittelwirkungen - angewiesen.

Der folgende Artikel bezieht sich zwar auf das Anti-Parasitenmittel Bravecto®. Dennoch hat er allgemeingültigen Charakter. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erklärt:
"Da in den Studien zur Zulassung eines Tierarzneimittels die Anzahl der Tiere begrenzt ist, werden folglich nur Nebenwirkungen in der Gebrauchsinformation abgebildet, die in diesen Studien aufgetreten sind. Erst nach Markteinführung und einer häufigen Anwendung können seltene und sehr seltene unerwünschte Arzneimittelwirkungen entdeckt werden." (Link)

Dafür müssen aber die UAW (unerwünschten Arzneimittelwirkungen) auch an die betreffende Stelle
gemeldet werden!

TierärztInnen sind verpflichtet, jede Nebenwirkung, auch die bereits bekannten Nebenwirkungen, zu melden!
Leider sehen nicht alle Tierärztinnen ein, dass ein neues Symptom von einem kürzlich verabreichten Medikament kommen könnte. Und erst recht ist die Einsicht gering, wenn die Gabe des Medikamentes schon längere Zeit her ist. Oder wenn bei der ersten/den ersten Gabe/n kein neues Symptom aufgetreten ist, aber bei der zweiten, dritten oder vierten Gabe. Das müssen TierärztInnen auch nicht entscheiden. Wenn ein neues Symptom ohne offensichtlichen Grund auftritt, dann besteht die Möglichkeit, dass es einen
Zusammenhang zwischen einem empfohlenen Medikament und dem Symptom gibt. Prüfen muss es das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit - niemand anderes!

Außerdem müssen alle Nebenwirkungen gemeldet werden - auch die schon bekannten!

Bei Humanarzneien wird vermutet, dass nur 10% aller UAW gemeldet werden. Ich gehe davon aus, dass es bei Tierarzneimitteln noch schlechter aussieht.

Nur, wenn alle Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, Kontraindikationen, etc. bekannt sind, können Tierarzneimittel verantwortungsvoll eingesetzt werden! Das kommt allen Tieren zugute!

Sie können dafür sorgen, dass Meldungen über unerwünschte Arzneimittelwirkungen gemacht werden; denn das kann und sollte man auch als Privatperson.

Wenn Sie dies gelesen haben, dann wissen Sie jetzt Bescheid. Auch als Privatperson kann man UAW melden. Wenn Sie nicht wissen, ob Ihr Tierarzt/Ihre Tierärztin diese Meldung macht, oder Sie das sogar wissen, dann sollten Sie, als verantwortungsvolle Tierhalterin (m/w), das tun. Es geht nicht nur um das Wohl Ihres Tieres, sondern um das Wohl aller Tiere - auch der Tiere, deren HalterInnen nicht hierüber informiert sind.

Auf der Seite des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit finden Sie die Formulare zum Download an der rechten Seite.

Rechtlicher Hinweis: Diese Seite stellt keinerlei Empfehlung dar, auf die Behandlung durch einen Tierarzt oder eine Tierärztin zu verzichten oder auf die von ihm/ihr verordneten Medikamente! Jeder Tierhalter/jede Tierhalterin hat die Verantwortung für die in seiner/ihrer Obhut befindlichen Tiere und hat bei allen Handlungen das Tierschutzgesetzt zu beachten.


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